Möglichlkeiten der Kostenerstattung:



a) Kostenerstattung der Therapie- und 
     Beratungseinheiten:


Heilpraktiker haben die Erlaubnis zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde.
Da aber weder die psychotherapeutischen Leistungen des großen Heilpraktikers, noch die des Heilpraktikers für Psychotherapie von den gesetzlichen Kassen übernommen werden, müssen diese Leistungen in erster Linie vom Patienten selber getragen werden.

Es gibt aber die Möglichkeit, dass zumindest eine gewisse Stundenanzahl für psychotherapeutische Leistungen des Heilpraktikers von den gesetzlichen Kassen übernommen werden kann.

Dies ist jedoch von Kasse zu Kasse unterschiedlich.

Darüberhinaus gibt es nur sehr wenige psychotherapeutische Verfahren, die bei den gesetzlichen Kassen zugelassen und anerkannt sind.
Verfahren die dazu zählen sind Methoden, die auch von den  kassenzugelassenen Therapeuten angeboten werden,
wie z.B. die verhaltenstherapeutischen Verfahren, die Psychoanalyse und tiefenpsychologisch orientierten Verfahren.

Andere psychotherapeutische Leistungen wie z.B. Therapieverfahren aus der systemischen Familientherapie, der Gestallttherapie oder der Hypnotherapie usw...fallen i.d.R. nicht darunter. 

Dafür haben Heilpraktiker aber, gegenüber den kassenzugelassenen Therapeuten eine Methodenfreiheit und können so individueller auf den Patienten eingehen.

Weiterhin tauchen die Diagnosen der Heilpraktiker nicht in Ihrer Krankenakte auf und werden so auch nicht vom System erfasst.
Das kann für Sie als Patient einige Vorteile haben.


Folgende Punkte müssen zutreffen, damit die gesetztliche Kasse die Leistungen übernehmen kann:

1.
Sie müssen nachweisen können, dass für Sie eine Notwendigkeit vorliegt, sich in psychotherapeutische Behandlung zu geben. Lassen Sie sich daher zur Sicherheit von Ihrem Arzt (Psychiater, Hausarzt, usw...) eine Bescheinigung dafür ausstellen
.


2.
Sie müssen nachweisen können, dass Sie mindestens fünf Therapieablehnungen bekommen haben.

3.

Oder
Sie müssen nachweisen können, dass bei allen zugelassenen Therapeuten, die für Sie in Frage kommen würden, eine Wartezeit von mindestens 6-12 Wochen besteht, was natürlich in Ihrem Fall unzumutbar wäre (alle Telefonate, Anfragen und Ergebnisse usw. schriftlich festhalten).

4.
Oder
Sie müssen nachweisen können, dass die Entfernung zum nächsten kassenzugelassenen Psychotherapeuten, bei dem Sie evtl. schon früher einen Therapieplatz bekommen können, unzumutbar ist.


5.

Es ist wichtig, dass Sie Ihre Kasse vor Beginn der Therapie kontaktieren und dort einen Antrag für Kostenrückerstattung stellen. Die Kasse kann diese Kosten nur übernehmen, wenn sie diesem Vorgehen vor Therapiebeginn
schriftlich zugestimmt hat.

Kostenübernahme von Privat- oder Zusatzversicherungen:

Weiterhin gibt es die Möglichkeit, dass bei Ihnen die Leistungen eines Heilpraktikers übernommenwerden, wenn Sie eine Krankenzusatzversicherung haben oder privat krankenversichert sind.
Kontaktieren Sie hierzu bitte auch im Vorfeld Ihren Versicherer und informieren Sie sich, ob darunter auch die Leistungen des Heilpraktikers für Psychotherapie fallen und ob Sie die Kosten von Ihrer Versicherung zurückerstattet bekommen.

Für betroffene Kinder und Jugendliche mit der Diagnose ADHS, denen dringend eine spezielle Therapie oder ein spezielles Training angeraten wird, können die Kosten unter bestimmten Vorraussetzungen ggf. vom zuständigen Jugendamt übernommen werden.

Kosten für eine psychotherapeutische Behandlung können Sie zusätzlich als außergewöhnliche Belastung bei der Steuererklärung geltend machen.

Quelle:

http://www.vfp.de/verband/verbandszeitschrift/alle-ausgaben/24-heft-03-2006/119-kostenerstattung-durch-gesetzliche-krankenkassen.htm




b) Staatliche Unterstützung für 
     Assistanzleistungen
  (Choaching, Training und  
     häusliche Hilfen etc.)



Wenn Sie als Betroffener, aufgrund einer fachärztliche abgeklärten psychiatrischen Diagnose nicht fähig sind, in bestimmten Bereichen des Alltags ohne Hilfe zurecht zu kommen, dann können Sie eine finanzielle Unterstützung für einen persönlichen Assistanten beantragen.


Dies ist im SGB IV, unter §78 geregelt:



§ 78
Assistenzleistungen


(1)

1) Zur selbstbestimmten und eigenständigen Bewältigung des Alltages
    einschließlich der Tagesstrukturierung werden Leistungen für
    Assistenz erbracht.

2) Sie umfassen insbesondere Leistungen für die allgemeinen
    Erledigungen des Alltags wie die Haushaltsführung, die Gestaltung
    sozialer Beziehungen, die persönliche Lebensplanung, die Teilhabe
    am gemeinschaftlichen und kulturellen Leben, die Freizeitgestaltung
    einschließlich sportlicher Aktivitäten sowie die Sicherstellung der
    Wirksamkeit der ärztlichen und ärztlich verordneten Leistungen.

3) Sie beinhalten die Verständigung mit der Umwelt in diesen
    Bereichen.


(2)

1)  Leistungsberechtigten entscheiden auf der Grundlage des
     Teilhabeplans nach § 19 über die konkrete Gestaltung der
     Leistungen hinsichtlich Ablauf, Ort und Zeitpunkt der
     Inanspruchnahme.

2)  Die Leistungen umfassen

1.  die vollständige und teilweise Übernahme von Handlungen zur
     Alltagsbewältigung sowie die Begleitung der Leistungsberechtigten
     und
2.  die Befähigung der Leistungsberechtigten zu einer eigenständigen
     Alltagsbewältigung.

3)  Die Leistungen nach Nummer 2 werden von Fachkräften als 
     qualifizierte Assistenz erbracht. 4Sie umfassen insbesondere die
     Anleitungen und Übungen in den Bereichen nach Absatz 1 Satz 2.


(3)

Die Leistungen für Assistenz nach Absatz 1 umfassen auch Leistungen an Mütter und Väter mit Behinderungen bei der Versorgung und Betreuung ihrer Kinder.

(4)

Sind mit der Assistenz nach Absatz 1 notwendige Fahrkosten oder weitere Aufwendungen des Assistenzgebers, die nach den Besonderheiten des Einzelfalles notwendig sind, verbunden, werden diese als ergänzende Leistungen erbracht.

(5)

1) Leistungsberechtigten Personen, die ein Ehrenamt ausüben, sind
    angemessene Aufwendungen für

    eine notwendige Unterstützung zu erstatten, soweit die  
    Unterstützung nicht zumutbar unentgeltlich erbracht werden kann.

2)
Die notwendige Unterstützung soll hierbei vorrangig im Rahmen
    familiärer, freundschaftlicher, nachbarschaftlicher oder ähnlich  
    persönlicher Beziehungen erbracht werden.

(6)

Leistungen zur Erreichbarkeit einer Ansprechperson unabhängig von einer konkreten Inanspruchnahme werden erbracht, soweit dies nach den Besonderheiten des Einzelfalles erforderlich ist.