Tipps im Umgang mit AD(H)S Betroffenen Kindern und Erwachsenen

1.Aufklärung und Beratung

Der erste und wichtigste Schritt ist die Aufklärung .

Suchen Sie sich einen Fachmann, der sich auf dem Gebiet auskennt und der Sie außführlich über AD(H)S beraten kann.

Desweiteren machen Sie sich bitte klar,dass alles was Sie bei Personen mit AD(H)S erreichen wollen, maßgeblich von deren Motivation abhängig ist

und dass die Betroffenen nichts für ihr Verhalten können !!!

Je wohler sich ein Betroffener mit AD(H)S in seiner Umgebung und in der Gegenwart seiner Mitmenschen fühlt, desto weniger wird sein AD(H)S zu einer Störung/Problem werden.

2.Wertschätzung und Förderung

  • Akzeptanz, Verständnis, Wertschätzung !!!
  • Kämpfen Sie nicht gegen das AD(H)S des Betroffen an.
  • Lernen Sie sich auch anzupassen.
  • Sie benötigen viel Einfühlungsvermögen im Umgang mit AD(H)S-Betroffenen.
  • Sehen Sie auch die positiven Seiten des AD(H)S
  • Erkennen und fördern Sie Begabungen und Stärken.
  • Ressourcen aktivieren
  • Vergleichen Sie die betroffene Personen niemals mit jemand Anderem.
  • Niemals sagen:  „Stell dich nicht so an“.
  • Meckern Sie nicht an Kleinigkeiten herum.

3.Tagesstruktur und Abläufe

  • Struktur in den Alltag einbauen (z.B. Tagesplan mit festen Abläufen).
  • Kündigen Sie vorher an, was an Tätigkeiten zu erledigen ist.
  • Sorgen Sie bei wichtigen Aufgaben für eine reizarme Umgebung mit wenig Ablenkung (z.B. Schreibtisch sollte schon vorher aufgeräumt sein,…).
  • Bauen Sie regelmäßige Pausen und Zwischenziele mit ein.
  • Geben Sie klare, einfache und deutliche Anweisungen, ggf. wiederholen lassen.
  • Setzen Sie klare und deutliche Regeln.
  • Versuchen Sie Über-und Unterforderung zu vermeiden.
  • Vermeiden Sie Zeitdruck und Hektik. 
  • Kontorllieren und überprüfen Sie! (hast Du … das gemacht, ich schau mir das gleich an) 
  • Fordern Sie Selbständigkeit nicht zu früh ein.

4.Lob und Tadel

  • Loben Sie alle Bemühungen und Anstrengungen, auch wenn die Ergebnisse noch so verbesserungswürdig sind.
  • Belohnen Sie positives Verhalten sofort, nicht erst am Tag danach. (z.B. Token-Programme gleich am selben Tag noch abrechnen)
  • Sparen Sie nicht mit Lob, aber halten Sie die Dosierung gering (sie wirken sonst unglaubwürdig).
  • Bestrafen Sie negatives Verhalten angemessen (keine Gewalt, keine Erniedrigungen, keine Beleidigungen und Maßregelungen,…).
  • Sein Sie kontinuierlich konsequent  (Konsequenzen sollten schon im Voraus festgelegt werden) .
  • Kritik immer nur wertschätzend und konstruktiv ausdrücken.

5.Motivation, Durchhaltevermögen und innerer 
  Widerstand

  • Kämpfen Sie nicht gegen den inneren Widerstand des Betroffenen an.
  • Fördern Sie den Aufbau einer angenehmen und vertrauensvollen Beziehung.
  • Achten Sie auf eine angenehme Atmosphäre und behagliche Umgebung.
  • Spannung, Abwechslung und regelmäßige Zwischenziele in den Alltag mit einbauen, auf die man sich freuen kann.
  • Geben Sie immer wieder neue Anreize.
  • Schaffen Sie Freiräume! Schränken Sie Ihr AD(H)S-Kind nicht ein. Ermöglichen Sie ihm viele soziale Kontakte zu gleichaltrigen
    (z.B. Hobbys, Vereine, …).

6.Umgang mit emotionalen Entgleisungen

  • „Talk down“ in schwierigen Situationen. Gießen Sie kein zusätzliches Öl ins Feuer!
  • Versuchen Sie den Betroffenen abzulenken, wenn er mal wieder in einem "schwarzem Loch" versinkt.
  • Seien Sie für den Betroffenen da und nehmen Sie ihn ernst.
  • Halten Sie ggf.etwas Abstand und warten, bis sich der „Sturm“ gelegt hat.
  • Sinnvoll kann auch eine „Auszeit“ für die betroffene Person sein (z.B. Elternschlafzimmer bei Kindern,…).
  • Nehmen Sie das Verhalten des Betroffenen in Streß- und Konfliktsituationen nicht persönlich.
  • Sagen Sie niemals: Jetzt stell Dich nicht so an, so schlimm ist es doch nicht.

7.Kommunikation

  • Formulieren Sie Verhaltenserwartung im ruhigen, bestimmten und freundlichen Ton.
  • Eindeutige Ich-Botschaften senden! Sprechen Sie klar, eindeutig und der Person zugewandt.
  • Denken Sie daran : Der Sender ist dafür verantwortlich, dass der Empfänger den Inhalt der Nachricht versteht.
  • Handeln statt reden! Anstatt Ihr Kind mehrmals zu ermahnen, gehen Sie nach einer Wiederholung der Aufforderung sofort zu ihm hin und sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind der Anweisung nachkommt.
    Ggf. die Hand des Kindes führen.
  • Probleme nicht direkt nach der Auseinandersetzung besprechen, sondern erst im Laufe des Tages.
  • Auf Motzen und Verweigern nicht eingehen, aber ggf. Missbefindlichkeiten mit thematisieren (z.B. Ich weiß, dass Du jetzt sauer bist, aber…).
  • Wenn laut werden nötig ist, verwenden Sie dabei keine Etikettierung (Du bist ja wie….)
  • Sparen Sie sich sachliche Argumente bei Gefühlsausbrüchen.
    Für logische Begründungen oder Beschwichtigungen sind Personen mit AD(H)S in so einem Zustand nicht mehr zugänglich !
  • Nie den Betroffenen „auflaufen lassen“.(z.B. …dann must du morgen eben ohne Jacke aus dem Haus gehen, wenn Du sie immer liegen lässt…).
  • Bleiben Sie immer im Hier und Jetzt (sagen Sie nicht:  letzte Woche hast Du auch…).